ERSTELLT: 03.08.2009 | AKTUALISIERT: 07.03.2011

Nationales Referenzlabor für Listeria monocytogenes

Mit November 2006 wurde das Institut für Lebensmitteluntersuchung (ILMU) Wien als Nationales Referenzlabor (NRL) für Listeria monocytogenes in Lebensmitteln benannt.

Die Benennung erfolgte auf Grundlage der EU-Verordnung (EG) Nr.882/2004, wonach jeder Mitgliedstaat verpflichtet ist, entsprechende Referenzlaboratorien für bestimmte Untersuchungen von Lebensmitteln zu benennen und der Europäischen Kommission bekannt zu geben.

Der Zuständigkeitsbereich eines NRLs kann umfassen:

Das NRL muss für die Untersuchung als Prüflaboratorium akkreditiert sein.

Begleitschein für die Übermittlung von Isolaten von Listeria monocytogenes gemäß § 38 Abs. 1 Z 6 und § 74 LMSVG an das Nationale Referenzlabor (NRL)

Was sind Listerien

Listerien sind Bakterien, die in vielen Bereichen der Umwelt, vor allem im Boden, im Wasser und auf Pflanzen vorkommen und von dort auf Lebensmittel vor allem tierischen Ursprungs übertragen werden können.

Weichkäse aus Rohmilch
Räucherlachs
Rohwurst

Beim Verzehr kontaminierter roher oder nicht durchgegarter Lebensmittel können sie beim Menschen die lebensmittelbedingte Krankheit Listeriose hervorrufen.

NRL für Listeria monocytogenes in Lebensmitteln

Das NRL gehört organisatorisch zum ILMU Wien. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen die Zusammenarbeit mit dem für den Bereich zuständigen Gemeinschaftsreferenzlaboratorium der EU (Community Reference Laboratory – CRL) und die Differenzierung bzw. Charakterisierung von Listerienisolaten aus Lebensmitteln und Umfeldproben.

Abb.1: Subtypisierung verschiedener Listeria monocytogenes Isolate mittels PFGE

Die Isolate werden zunächst biochemisch oder molekularbiologisch (mittels PCR) von  der Abteilung Mikrobiologie und Hygiene des ILMU Wien bestätigt und anschließend an das NRL weitergegeben. Dort erfolgt die Aufnahme in die Stammsammlung. Je nach Fragestellung kann eine serologische Untersuchung durchgeführt werden, die die Zuordnung zu einem der 13 Serotypen ergibt. Zur Abklärung epidemiologischer Fragestellungen wie  etwa der Bestätigung eines lebensmittelbedingten Listerioseausbruchs wird zusätzlich eine Feintypisierung mittels Puls-Feld-Gelelektrophorese durchgeführt (siehe Abb. 1).

Weitere Schwerpunkte sind die Untersuchung bzw. Überwachung  von Antibiotika-Resistenzen und der kontinuierliche Aufbau einer österreichweiten Listeria monocytogenes-Stammsammlung.

Derzeit arbeitet das NRL zusammen mit dem CHRISTIAN DOPPLER LABORATORY FOR MOLECULAR FOOD ANALYTICS (CD-MOFA) der Veterinärmedizinischen Universität Wien und den Austrian Research Centers Seibersdorf an einem Projekt zur molekularbiologischen Charakterisierung von Zoonose-Erregern.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Microarray-Methode zur Serotypisierung von Listeria monocytogenes-Isolaten. Aufgabe des NRL in dieser Kooperation ist die Bereitstellung von Vergleichsdaten, erhalten durch alternative Serotypisierungsmethoden (immunologisch sowie molekularbiologisch (PCR)). Diese Vergleichsdaten sind die Basis für die Entwicklung bzw. weitere Optimierung der Microarray-Methode zur Serotypisierung.

Das NRL für Listeria monocytogenes liefert mit seinen modernen und hoch spezialisierten Untersuchungsmöglichkeiten einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier.

Weitere Links:

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - Listeria monocytogenes allgemein

BfR - Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien

 

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