Nationales Referenzlabor für Marine Biotoxine

Das Nationale Referenzlabor (NRL) für Marine Biotoxine ist eine Kooperation der Abteilung „Tierische Lebensmittel“ (WUMI) und der Abteilung „Lebensmittelanalytik“ (LANA) am Institut für Lebensmitteluntersuchung (ILMU) Wien. Ziel des NRL ist es, ein kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen bezüglich dieser Lebensmittelvergifter (marine Biotoxine) zu sein.

Die bekanntesten marinen Biotoxine sind die Saxitoxine. Bei dieser Stoffgruppe handelt es sich um hochwirksame Nervengifte, die von Dinoflagellaten (einer Algenart aus dem Plankton) gebildet werden. Im Muskelgewebe von Muscheln kann Saxitoxin angereichert werden und bei Konsum des Muschelfleisches zu einer schweren Vergiftung führen. Dieses Krankheitsbild wird paralytic shellfish poisoning (PSP) genannt. Man spricht daher auch von PSP-Toxinen.

 

Andere Gruppen von marinen Biotoxinen verursachen das amnesic shellfish poisoning (ASP) z. B. die Domoinsäure, oder das diarrhoeic shellfish poisoning (DSP), welches durch eine Gruppe lipophiler (gut fettlöslicher) Substanzen, zu denen z. B. die Okadasäure gehört, hervorgerufen wird.

Derzeit untersucht das NRL in Wien mittels auf HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) basierenden Methoden Muschelproben auf PSP- und ASP-Toxine. Insbesondere durch die Untersuchung von Proben mit Drittlandherkunft kann so ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit von Muscheln und Muschelprodukten am österreichischen Markt gewährleistet werden.
Die Analysen werden in der Abteilung LANA durchgeführt, die gutachterliche Beurteilung erfolgt in der Abteilung WUMI.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der Mitarbeiter/-innen des NRL besteht darin, laufend Kontakte innerhalb des europäischen NRL-Netzwerkes zu pflegen und an Schulungen zu Neuerungen bei den Bestimmungsmethoden teilzunehmen.

In Zukunft möchte das NRL sein Analysenangebot vervollständigen und auch die Bestimmung von DSP-Toxinen, die derzeit am BfR Berlin durchgeführt wird, anbieten.
Weiters sind Schwerpunktaktionen zur Untersuchung von Muscheln und Muschelprodukten (bevorzugt aus Drittlandsimporten) geplant.

Um die internationalen Kontakte zu fördern, plant das österreichische NRL, in den nächsten Jahren ein Treffen von Vertretern der europäischen NRLs und des EU-Gemeinschaftsreferenzlabors (CRL) für marine Biotoxine in der AGES zu organisieren.

Stand: 8.9.2009 jt

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