Die Arbeitsgruppe "Internetkontrolle" im ILMU Salzburg stellt sich vor

Das Institut für Lebensmitteluntersuchung in Salzburg wurde im Jahr 2006 restrukturiert. Dabei wurden zwei neue Arbeitsgebiete geschaffen. Die nationale Kontakt- und Informationsstelle für die beiden europäischen Schnellwarnsysteme RASFF und RAPEX (Rapid Alert System for Food and Feed, RAPid EXchange of Information System)

Die Arbeitsgruppe Internetkontrolle beschäftigt sich mit dem Handel von Arzneimitteln, Lebensmitteln und damit auch Nahrungsergänzungsmitteln.

In Österreich ist der Internethandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zum Glück verboten. Durch dieses Verbot ist sichergestellt, dass diese Arzneimittel nur von in Österreich niedergelassenen Apotheken verkauft werden dürfen, die der strengen Kontrolle durch die Arzneimittelaufsichtsbehörde unterliegen. Das internationale Problem der Arzneimittelfälschungen konnte in Österreich dadurch bisher verhindert werden.

Im Lebensmittelbereich liegt der Internetanteil des Handels seit Jahren bei etwa 10% des Gesamtumsatzes. Der Internethandel mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs spielt nur eine geringe Rolle und beschränkt sich im Allgemeinen auf große Städte. Bei Nahrungsergänzungsmitteln jedoch liegt der Anteil von Produkten, die ausschließlich über das Internet vertrieben werden, bei über 40%.

Anbieter im Internet sind:

  • „reale Anbieter“ das sind Firmen, die normale Geschäfte betreiben und zusätzlich einen Versandhandel betreiben, wie große Lebensmittelketten, Wein- und Teehändler…
  • Versandhandelsfirmen, die es seit langem gibt und jetzt auch eine Bestellannahme im Internet betreiben wie Universalversand, Neckermann, Otto-Versand…
  • Reine Webshops, die im seriösen Falle alle Erfordernisse des e-Commerce Gesetzes erfüllen. Bei den Webshops liegen auch die größten ungelösten Problempunkte. Bei unseriösen Firmen ist nicht einmal herauszufinden, in welchem Land sie angesiedelt sind. 

Webshops tauchen fast täglich neu im Internet auf und verschwinden oft nach wenigen Wochen wieder.

Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel?

Viele Produkte werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, oft mit dem Hinweis, dass es sich um vollkommen natürliche Kräutermischungen nach traditionellen Rezepten handelt. Bei vielen dieser Produkte zeigt eine Laboruntersuchung jedoch, dass die Inhaltsangaben nicht stimmen und zum Teil verschreibungspflichtige Stoffe enthalten sind oder sogar Stoffe, die nicht einmal für Arzneimittel zugelassen sind. Dies gilt vor allem für potenzfördernde Produkte und Schlankheitsmittel.

Wie sich bei einer internationalen Konferenz zu e-Commerce von Lebensmitteln vor wenigen Wochen in Berlin herausstellte, ist von Seite der amtlichen Lebensmittelkontrollen für diesen neuen, schnelllebigen Markt keine Lösung für den Schutz des Konsumenten in Sicht. Bei diesem internationalen Vergleich zeigte sich auch, dass durch die Arbeitsgruppe Internetkontrolle in Salzburg eine Fachkompetenz erarbeitet wurde, die dem europäischen Spitzenfeld entspricht.

Auf Basis dieses Fachwissens wird zur Zeit ein Folder zum Thema Einkauf im Internet zum Schutz der Konsumenten erstellt.

Der Folder wird in den nächsten Wochen veröffentlicht und wird auch auf der AGES-Website zum Download bereitgestellt.

Konsumentenhinweis

Hinweise auf möglicherweise bedenkliche Produkte und Anbieter im Internet werden gerne angenommen unter:

                   Internetkontrolle@ages.at

                   Kennwort:  Konsumentenhinweis

31.05.2010 ck

Kontakt und Unterstuetzungsstelle

Institut: Kontakt und Unterstuetzungsstelle
Ort: 5020, Innsbrucker Bundesstrasse 47
Dienstort: Salzburg

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