AKTUALISIERT: 04.05.2010

FAQ Salmonellen

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind Bakterien. Es gibt mehr als 2000 verschiedene Enteritiserreger aus der "Salmonellagruppe". Durch sie verursachte Infektionen (Salmonellosen) zählen weltweit zu den häufigsten bakteriellen Durchfallserkrankungen. Sonnenlicht (UV-Strahlung) beschleunigt das Absterben der Erreger. In getrocknetem Kot sind sie über 2,5 Jahre lang nachweisbar. Durch Hitzeeinwirkung sterben Salmonellen bei 55° C nach einer Stunde, bei 60° C nach einer halben Stunde ab. Als gesicherte Keimabtötung gilt ein Erhitzen auf über 70° C für mindestens 15 Sekunden.

Warum können sie mir gefährlich werden?

Diese Infektionskrankheit ist weltweit verbreitet, die Übertragung der Salmonellen erfolgt hauptsächlich durch den Verzehr roher oder ungenügend erhitzter Lebensmittel tierischer Herkunft (Eier, Geflügel, Fleisch und Milch). Auch selbst hergestellte Produkte, die rohe Eier enthalten wie Tiramisu, Majonäse, Cremen und Speiseeis können mit Salmonellenkeimen belastet sein. Bei älteren Personen kann eine Salmonellose durch hohen Flüssigkeitsverlust und damit verbundener Kreislaufbelastung rasch zu einem lebensbedrohenden Zustand führen. Besonders gefährdet sind neben älteren Personen vor allem Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Welche Symptome gibt es?

Als Krankheitssymptome können bereits innerhalb weniger Stunden nach Verzehr von mit Salmonellen infizierten Lebensmitteln auftreten: Übelkeit, Durchfall, Fieber, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden und Bauchkrämpfe. Oft kommt ein leichter oder symptomloser Verlauf vor, der u. a. auch von der aufgenommenen Keimzahl abhängig ist. Die Symptome dauern in der Regel nur wenige Stunden oder Tage an. Meistens ist eine Therapie, die den Wasser- und Elektrolythaushalt ausgleicht, ausreichend. Patienten mit Magen-/Darmbeschwerden ohne weitere Risikofaktoren sollten nur in besonderen Fällen mit Antibiotika behandelt werden, da hiermit die Bakterienausscheidung verlängert werden kann. An Salmonellen Erkrankte dürfen während der Erkrankungszeit berufsmäßig nicht mit Lebensmitteln hantieren.

Was kann ich tun?

Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Geflügel, Eier oder Teigwaren mit Cremefüllung, sollen gut abgekocht und im gekochten Zustand nicht über mehrere Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Großes Augenmerk muss bei der Speisenzubereitung neben der Küchenhygiene auf durchgehende Kühlung der Rohprodukte gelegt werden. Das Auftauwasser von gefrorenem Fleisch sollte sofort in den Ausguss geleert und heiß nachgespült werden. Nach dem Hantieren mit rohem Geflügelfleisch ist das gründliche Waschen der Hände unverzichtbar, bevor andere Küchenarbeiten begonnen werden. Sämtliche Arbeitsflächen und -geräte, die mit rohem Geflügel oder rohen Eiern in Kontakt waren, mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen. Frisch zubereitete Speisen, sofern sie nicht sofort verzehrt werden, abkühlen lassen und anschließend unverzüglich im Kühlschrank aufbewahren. Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet. In sauren Medien sterben die Salmonellen rasch ab; gebräuchliche Desinfektionsmittel töten sie innerhalb weniger Minuten.

Wie gelangen Salmonellen in landwirtschaftliche Betriebe?

Salmonellen können auf vielerlei Arten übertragen werden und somit auch in Futtermittel gelangen: So können sie auch in einen Nutztierbetrieb eingeschleppt werden, meist über Nutztiere, die bereits Salmonellen haben, aber auch über das Futtermittel. Aber auch Menschen, Schadnager und Vögel (Möwen!) oder Überschwemmungen einer Weide sind Übertragungswege. Heu von Wiesen, die mit kontaminierter Gülle gedüngt wurden, ist ungefährlich, nicht aber das Grünfutter.

Wie werden Futtermittel kontrolliert?

Im Rahmen des bundesweit einheitlichen risikobasierten Stichprobenplanes werden am Bauernhof, bei Futtermittelproduzenten und in Handelsbetrieben Proben gezogen. Auf Salmonellen werden sowohl fertige Futtermittelmischungen (z. B. Geflügelfutter) als auch ausgewählte Einzelfuttermittel (z. B. Soja- und Rapsschrot, Fischmehl) amtlich untersucht. Die Kontaminationsrate bei allen Futterkategorien ist in den vergangenen Jahren ganz erheblich zurückgegangen.
In den Jahren 2003 bis 2008 wurden insgesamt 2.090 Futtermittelproben für Nutztiere auf Salmonellen untersucht. Im Jahr 2008 wurden bei 458 amtlich untersuchten Futtermittelproben 7 positive Ergebnisse ermittelt (4x Sojaschrot, 1x Tiermehl, 1x Schweinefutter, 1x Geflügelfutter). Im Zeitraum 2003 bis 2008 wurden S. Montevideo, S. Senftenberg, S. Agona, S. Mbandaka und S. Tennessee als häufigste Salmonellen-Serotypen in Futtermitteln festgestellt.

 

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