Was sind Lebensmittelmotten?
Der Begriff Lebensmittelmotte, auch Küchenmotte oder Speisemotte genannt, bezeichnet eigentlich keinen bestimmten Schädling. Vielmehr ist es ein Sammelausdruck für eine ganze Reihe von unterschiedlichen Lebensmittelschädlingen, die meist zur Insektenordnung der Schmetterlinge, insbesondere zur Familie der Zünsler, gehören. Bekannte Vertreter sind die Dörrobstmotte, die Mehlmotte, die Samenmotte, die Kornmotte oder der Mehlzünsler.
Das Nahrungsspektrum der einzelnen Lebensmittelmottenarten deckt sich weitgehend. Sie ernähren sich mit Vorliebe von Getreide und Getreideprodukten wie Mehl, Grieß, Schrot, Kleie, Haferflocken oder Nudeln. Weiters fressen sie Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen sowie Nüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Dörrobst, Dörrgemüse, getrocknete Pilze, Gewürze, Heilkräuter, Hefe, Trockenmilch, Soja, Kakao, Schokolade, trockene Backwaren, Fertigprodukte wie Trockensuppen, aber auch Sämereien, Saatgut oder Trockentiernahrung. Dabei stellen auch die Standardverpackungen der Produkte kein Hindernis dar. Auch mittelstarke Plastikverpackungen und Verpackungen aus Karton werden mühelos befallen, erst gut verschließbare und dicht schließende Verpackungen aus Glas, Metall, Keramik, Porzellan oder dickem Plastik schützen vor einem Befall.
Wenn fliegende Lebensmittelmotten zu sehen sind – ihre Körpergröße beträgt etwa 10 bis 15 mm bei einer Flügelspannweite bis zu 20 mm – ist der Schaden bereits geschehen.
Die erwachsenen Falter selbst nehmen keine Nahrung mehr auf, sie haben lediglich die Aufgabe der Fortpflanzung. Sie leben nur kurze Zeit (1 bis 2 Wochen), paaren sich in dieser Zeit und die Weibchen legen ihre Eier ab. In warmen Wohnungen können bis zu vier Mottengenerationen pro Jahr heranwachsen. Wärme und hohe Feuchtigkeit, wie sie in der Küche herrscht, begünstigt die Entwicklung und kann die Eiablage deutlich erhöhen. Ein Weibchen legt bis zu 500 Eier ab.
Die Entwicklungsstadien der Motten sind dieselben wie bei anderen Insekten, vom Ei über die Larve und Puppe zum erwachsenen Falter. Die relativ kleinen Eier (ca. 0,6 mm) werden direkt auf geeignete Nahrung abgelegt. Die Larven schlüpfen nach etwa 3 bis 5 Tagen und leben verborgen in ihrem Nahrungssubstrat. Diese Larven (Raupen) sind die eigentlichen Lebensmittelschädlinge. Sie fressen sich über mehrere Häutungsstadien durch die Lebensmittel und hinterlassen die typischen Gespinste, aber auch ihren Kot auf den Lebensmitteln. Dieses Stadium dauert, abhängig von den äußeren Bedingungen, zwischen 4 Wochen und mehreren Monaten. Letztendlich verpuppen sich die Larven und in den Puppen entwickelt sich der fertige Falter. Von Lebensmittelmotten befallene Vorräte sind nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet.
Wie kann man sich vor Lebensmittelmotten schützen?
Als erste Vorsichtsmaßnahme sollte man schon im Laden die Waren so gut wie möglich prüfen, d. h. zu unversehrten und korrekt verschlossenen Packungen greifen. Manchmal sind auch bereits feine Gespinste in den Verpackungen auszumachen. Die Vorräte zu Hause sollte man ebenfalls regelmäßig kontrollieren. Angebrochene Packungen gehören in fest verschließbare Behälter aus sicheren Materialien. Auf Sauberkeit im Schrank und im Regal achten. Krümel schnell entfernen und Fugen regelmäßig aussaugen. Häufiges feuchtes Wischen sollte aber vermieden werden, da die Entwicklung der Motten durch Feuchtigkeit begünstigt wird. Eine abschreckende Wirkung auf Lebensmittelmotten haben Lorbeerblätter, von denen 1 bis 2 Blätter in den Vorrat gegeben werden können. Weitere Düfte, die Lebensmittelmotten abschrecken, sind Lavendel, Nelken, Zedernholz, Pfefferminze, Patchuli oder Thuja (ätherisches Öl vom Lebensbaum).
Bekämpfungsmaßnahmen

- Larven von Mehlwürmern
Ist es trotzdem passiert, muss man zunächst den Befallsherd suchen und das Ausmaß des Befalls abschätzen. Dafür müssen alle Lebensmittel auf Verklumpungen, Gespinste und auf Motteneier (Lupe) kontrolliert werden. Auch benachbarte Schränke und Vorräte absuchen. Befallene Lebensmittel sind sofort in der Mülltonne zu entsorgen und nicht auf dem Kompost. Einzelne Motten können auch mit Staubsauger oder Fliegenklatsche bekämpft werden.
Befallene Schränke sorgfältig reinigen, aussaugen und mit Essigwasser auswischen. Diese Maßnahme mehrmals im Abstand von zwei Wochen wiederholen. Ritzen oder andere schlecht zugängliche Stellen eines befallenen Vorratschrankes können mit einem Fön erhitzt werden, um die eventuell übrig gebliebenen Motten, Larven oder Eier abzutöten. Achtung: Feuergefahr!
Bei hartnäckigem Befall ist der Einsatz von Nützlingen sehr zu empfehlen. Es werden dabei die natürlichen Feinde der Schadinsekten zur Bekämpfung eingesetzt. Bei Lebensmittelmotten sind dies Schlupfwespen. Die Schlupfwespen sind mit einer Größe von nur ca. 0,4 mm sehr kleine Insekten. Sie parasitieren die Motteneier mit ihren eigenen Eiern, die Motteneier sterben daruafhin ab. Die Schlupfwesepen sind so winzig, dass sie für Menschen oder für Haustiere weder gefährlich noch lästig sind. Sie verschwinden einfach, wenn ihre Arbeit getan ist und es keine Motteneier mehr zur Eiablage gibt.
Die hier empfohlenen Maßnahmen müssen in der Regel über einen längeren Zeitraum und wiederholt angewendet werden, da sie unterschiedlich gut gegen die verschiedenen Entwicklungsstadien wirken. Sinnvoll ist eine Kombination der verschiedenen Maßnahmen sowie eine Befalls- bzw. Erfolgskontrolle. Diese kann über das Aufstellen und Kontrollieren von Lockstoff-Fallen erfolgen. Dabei werden die natürlichen Sexuallockstoffe der Mottenweibchen dazu verwendet, die paarungsbereiten Mottenmännchen in eine Klebefalle zu locken. Die Sexuallockstoffe heißen Pheromone. Das Ausmaß des Befalls kann auf diese Weise kontrolliert werden.
Beim Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln können Gesundheitsrisiken auftreten, die besonders für empfindliche Personengruppen wie Babys, Schwangere oder Kranke problematisch werden können.
Mittel gegen Insekten enthalten oft Nervengifte, die auch das Nervensystem von Menschen und Haustieren schädigen können. Vom Einsatz von derartigen Mitteln zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten ist im Haushalt daher dringend abzuraten.
Leopold Pilsbacher
Institut: LMS Spezialmatices, Spielzeug
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Dienstort: Linz
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