ERSTELLT: 18.08.2010 | AKTUALISIERT: 13.09.2010

Badegewässeruntersuchung in Tirol

Der Plansee

Es gibt in Tirol etwa 600 Seen, Weiher und Teiche. Mehr als 80 % davon liegen in der Region oberhalb der Waldgrenze und gelten damit als Hochgebirgsbiotope. Einige Seen werden als Badegewässer genutzt und müssen daher über eine hohe Wasserqualität verfügen. Alle möglichen Verschmutzungsquellen müssen erkannt und kontrolliert werden, um die Wasserqualität zu schützen und gegebenenfalls zu verbessern. Diese Aufgabenstellung hat die AGES in Innsbruck mit der Badesaison 2010 übernommen.

Bis vor 20 Jahren wurden große Mengen an weitgehend unkontrollierten, ungeklärten oder nur teilweise geklärten häuslichen und landwirtschaftlichen Abwässern in zahlreiche Gewässer geleitet. Dank der Wasserpolitik der einzelnen Länder zur Verringerung von Verschmutzungen und zur Klärung von Abwässern sind die Badegewässer in Österreich heute wesentlich sauberer; sie weisen zum Teil sogar Trinkwasserqualität auf.

Badeanstalt Hechtsee

Mit Verordnung des Landeshauptmannes von Tirol vom 23. Mai 2000 über die Bestimmung von Badegewässern und Badestellen wurden insgesamt 36 Badestellen an 29 Badegewässern festgelegt. Die wesentlichen Parameter zur mikrobiologischen Kontrolle der Badegewässer sind die Bestimmung von intestinalen Enterokokken und von Escherichia coli. Beide Parameter sind Indikatoren für fäkale Verunreinigungen.

Diese in der Regel harmlosen Bakterien kommen im Darm von Mensch und Tier vor und gelangen mit fäkalbelastetem Abwasser in die Gewässer. Intestinale Enterokokken können in der Umwelt länger überleben als E. coli. Dadurch kann ihr Nachweis ein Indiz für eine länger zurückliegende Verunreinigung sein. Hauptquellen für eine Verunreinigung durch Warmblüterfäkalien sind Mensch und Wasservögel.

Im heurigen Jahre wurde bisher bei beiden Parametern an keiner der untersuchten Badestellen eine Leit- bzw. Grenzwertüberschreitung festgestellt. Die aktuellen Ergebnisse der einzelnen Bundesländer werden durch das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlicht.

Im Zuge dieser Badegewässer-Untersuchung wird in Zusammenarbeit mit der IVET/IMED Graz die Rolle der Badegewässer bei der Verbreitung von humanpathogenen Campylobacter spp. untersucht. Diese Mikroorganismen verursachen die häufigsten bakteriellen gastro-intestinalen Erkrankungen beim Menschen. Als Hauptinfektionsquellen werden für den Menschen Geflügel und Geflügelfleisch angesehen. Es existieren jedoch nur sehr wenige Daten über sogenannte Umweltproben, wie eben beispielsweise Badegewässer. Man weiß daher nicht, inwieweit dort vorhandene Stämme mit Stämmen vom Geflügel oder von anderen tierischen Quellen übereinstimmen.

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