Untersuchungen zur Fremdbefruchtungsrate in Maiskulturen unter Berücksichtigung der Umwelten in den Hauptanbaugebieten Österreichs - Veröffentlichung Juni 2008 (ISBN: 978-3-200-01213-4)

Eine Studie, durchgeführt vom Institut für Saatgut (AGES) in Zusammenarbeit mit dem Bereich Daten, Statistik und Risikobewertung (AGES) und dem Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur, Institut für angewandte Statistik (Universität für Bodenkultur).

Bei der vorliegenden Studie steht die Fragestellung des potentiellen Gentransfers bei Mais unter realen österreichischen Anbaubedingungen im Vordergrund. Es wir ausdrücklich darauf verwiesen, dass keine gentechnisch veränderten Sorten verwendet wurden. Die Ergebnisse sollen die Resultate eines im Jahr 2005 von der AGES durchgeführten Versuchs (GIRSCH et al.,  2006, ISBN-13: 978-3-200-00627-0) ergänzen. Die Feldversuche wurden im Jahr 2007 durchgeführt und die wissenschaftlichen Auswertungen 2008 abgeschlossen und publiziert.

In dieser Studie wurde der Schwerpunkt auf die Einkreuzungsrate von Gelbmais in Wachsmais gelegt, um Szenarien aus dem konventionellen Maisanbau zu simulieren. 

Die Untersuchungen wurden an sechzehn Standorten mit Wachsmaisflächen in Nieder- und Oberösterreich, Steiermark und Burgenland vorgenommen. Im Versuch wurde Saatgut von beinahe der Hälfte der Felder künstlich beimpft um eine Saatgutverunreinigung von 0,5 % , ein von der EU-Kommission vorgeschlagener und diskutierter Schwellenwert, zu simulieren.

Bei allen beimpften Flächen lag nach Anpassung der Werte auf DNA Quantifizierungsniveau die Fremdbefruchtungsrate über dem EU-Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 %. Hingegen wiesen 55 % der nicht beimpften Flächen einen Wert von kleiner oder gleich 0,9 % auf, das Erntegut wäre somit nicht kennzeichnungspflichtig gewesen. Die Anpassung war notwendig, da die durch phänotypische Marker erzielten Ergebnisse nicht direkt mit DNA Quantifizierungen vergleichbar sind.

Im Rahmen der statistischen Modellierung ist jedoch eine getrennte Betrachtung der Einflussfaktoren in diesem Zusammenhang nicht zielführend, da der Unterschied, der durch die Beimpfung a priori gegeben ist, a posteriori durch die unterschiedlichen Distanzen der nächsten Mais-Umgebungsfelder und anderen Faktoren überdeckt wird. Es besteht bei der Art der vorliegenden Versuchsanstellung die Schwierigkeit, einen kausalen Zusammenhang herzustellen.

Darstellung der Fremdbefruchtung in der Versuchsfläche W01

Kolbenbonitur: Auftragen der Jodlösung auf den präparierten Maiskolben mit einer deutlichen Farbreaktion von durch externen Polleneintrag eines benachbarten Gelbmaisfeldes entstandenen Korns (a) und die Befruchtung durch Pollen von Wachsmaispflanzen des Bestandes selbst, erkennbar durch das Ausbleiben der Farbreaktion, da die Stärke von Wachsmaiskörner ausschließlich aus Amylopektin besteht (b).
Ein Kolben entstanden durch eine Saatgutverunreinigung mit Gelbmais, erkennbar durch eine durchgehend blauviolette Farbreaktion (c).

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