Untersuchungen zur Fremdbefruchtungsrate in Maiskulturen unter Berücksichtigung der Umwelten in den Hauptanbaugebieten Österreichs - Veröffentlichung Juli 2006 (ISBN-13: 978-3-200-00627-0)
Eine Studie, durchgeführt vom Institut für Saatgut in Zusammenarbeit mit dem Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur, Institut für angewandte Statistik (Universität für Bodenkultur).
Die vorliegende Studie stellt einen Beitrag zur Erarbeitung wissenschaftlich fundierter Koexistenz-Richtlinien für den Maisanbau, wie sie von der EU gefordert werden, dar. Die Feldversuche wurden im Jahr 2005 durchgeführt und die wissenschaftlichen Auswertungen 2006 abgeschlossen und publiziert.

- Erfolgreiche Fremdbefruchtung in einem entfahnten Versuchsbestand
Den 2 unterschiedlichen Versuchsdesigns liegt die Auswahl repräsentativer Maisbestände in den Hauptanbaugebieten Österreichs zugrunde.
1. Teilversuch: Der Schwerpunkt der Studie basierte auf der Feststellung des maximalen Gentransfers in Form einer erfolgreichen Befruchtung (Kornansatz) nach vorhergegangener Kastration (Entfahnung - Entfernung der Rispe) der Versuchsfläche, wobei diese Versuchsanstellung dem worst case Szenario einer Hybridmais-Saatguterzeugung entsprach und das hohe Potential für einen unerwünschten Gentranfer aufzeigte.
Die Höhe des maximalen erfolgreichen externen Gentransfers lagen in diesem Teilversuch im Durchschnitt zwischen 4,5% und 97,5% pro Fläche. Der unerwünschte externe Gentransfer nahm mit der Entfernung signifikant ab, wenngleich nicht in dem aus der Literatur erwartetem Ausmaß.

- Auftragen der Jodlösung
2. Teilversuch: Um zusätzlich zu den Ergebnissen ("Maximalvariante") aus dem Entfahnungsversuch (siehe 1. Teilversuch), die Fremdbefruchtungsrate (Fremdpolleneintrag) und die übliche Verunreinigung des Saatgutes bei Mais unter möglichst realen Verhältnissen zu messen, wurden Versuchsanstellungen auf den Fremdpolleneintrag in Wachsmaisbestände von angrenzenden Gelbmaisflächen überprüft. In diesem Versuch wurden die Maisbestände nicht entfahnt, hier dient die Jodlösung als Marker, um den Grad der Fremdbefruchtung durch Gelbmais zu erfassen. Die Höhe der unerwünschten "genetischen" Verunreinigung durch unerwünschten internen und externen Gentransfer lag im Durchschnitt zwischen 1,8% und 5,9% pro Feld.
Generell stellte sich als geeignete Methode zur Bestimmung der Mindestentfernung die Messung vom nächstliegenden Rand der Pollenquellenfläche zum Mittelpunkt der Pollenempfängerfläche heraus.
Saat- und Pflanzgut, Phytosanit
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