Gentechnisch veränderter Reis - Unteruschungsergebnisse (GVO)

Das Kompetenzzentrum Biochemie untersucht Saatgut, Lebensmittel und Futtermittel auf gentechnische Veränderungen (GVO).

Ziel der Untersuchung ist es, Anteile von gentechnisch veränderten Pflanzen aufzuspüren. In mehreren Arbeitsschritten wird zuerst mittels GVO-Screening auf die bloße Anwesenheit von gentechnisch veränderten DNA-Sequenzen geprüft. Sollte das Screening einen Hinweis auf GVO liefern wird eine Identifikation der gentechnisch veränderten Bestandteile vorgenommen und wenn möglich auch die Menge ermittelt. Abschließend kann von Gutachtern beurteilt werden, ob die gesetzlichen Bestimmungen, wie die Kennzeichnung gemäß EG Verordnung 1829/2003,  eingehalten werden.

Untersuchung auf GVO-Reis

Seit dem ersten Auftreten von gentechnisch verändertem Reis (gv-Reis) in der EU im Jahre 2006 werden Reisprodukte regelmäßig überprüft. Zurzeit ist gv-Reis in der EU nicht zugelassen, ein etwaiges Auffinden wird über das RASFF (rapid alert system for food and feed) der EU umgehend an alle Mitgliedsstaaten gemeldet und ermöglicht ein rasches Eingreifen der Behörden. Damit gentechnisch veränderte Reisprodukte auch entdeckt werden können finden alljährlich Überprüfungen statt (u.a. Schwerpunktaktionen des BMG, siehe auch Ergebnistabelle). Für drei in Reispflanzen verwendete GVO-Konstrukte sind spezifische Untersuchungsmethoden vorhanden. Ausführlichere Informationen zu den drei gv-Reislinien sind den FAQ´s zu entnehmen.

I. FAQ's

Frage 1: Was ist LL601?
Als LL601 wird ein in Europa nicht zugelassenes Genkonstrukt in Reis bezeichnet, das von der Firma Bayer CropScience entwickelt wurde.

Frage 2: Welche Wirkung sollte das Genkonstrukt LL601 haben?
Es wird dadurch in der Pflanze ein Protein mit der Bezeichnung PAT erzeugt, das eine Resistenz gegen das Pflanzenschutzmittel Liberty® der Firma Bayer bewirkt. Dadurch sollte die Reispflanze geschützt werden, während unerwünschte Pflanzen absterben. So soll der Ertrag gesteigert und die Menge sowie Häufigkeit der Anwendung von Pflanzenschutzmittel verringert werden.

Frage 3: Wurde LL601 von den Behörden geprüft und zugelassen?
Die Firma BayerCropScience hat nach umfangreichen Versuchen entschieden, Reis mit dem Genkonstrukt LL601 nicht kommerziell zu nutzen und hat daher keinen Antrag auf Zulassung gestellt. In den USA wurde LL601 in Freisetzungsversuchen getestet.

Frage 4: Was ist LL62 ?
LL62 ist ein beinahe identisches Genkonstrukt wie LL601 und wurde bereits vor Jahren in den USA und der EU zur Zulassung eingereicht. In den USA wurde LL62 inzwischen zur Verwendung in Lebensmitteln und Futtermitteln zugelassen. Die Sicherheitsbewertung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA befand ebenfalls, dass der LL62-Reis bei der vorgesehenen Verwendung genau so sicher ist wie konventioneller Reis. Eine endgültige Entscheidung über eine Zulassung in der EU ist allerdings noch nicht gefallen.

Frage 5: Welche Daten zur möglichen Gesundheitsschädlichkeit von LL601 bzw. LL62 liegen vor?
Die EFSA (European Food Safety Authority) hat die vorliegenden Daten von LL62 geprüft, das LL601 sehr ähnlich ist (siehe Frage 3).
Danach besteht nach dem derzeitigen Informationsstand keine Gesundheitsgefährdung: ("Opinion of the Scientific Panel on Genetically Modified Organisms on an
application (reference EFSA-GMO-UK-2004-04) for the placing on the
market of glufosinate tolerant genetically modified rice LLRICE62 for food
and feed uses, import and processing, under Regulation (EC) No1829/2003 from Bayer CropScience GmbH.").

Frage 6: Was ist BT63?
Dabei handelt es sich um eine gentechnische Veränderung in der Pflanze, die die Produktion eines für Fraßinsekten giftigen Proteins bewirkt. Dieses Protein wird vom Bodenbakterium Bacillus thuringiensis gebildet und seit langem als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt.

II. Links:

Bundesministerium für Gesundheit:
Broschüre zur Kennzeichnung genetisch veränderter Lebensmittel "Vom Feld bis zum Teller"

Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel (PDF 32 KB)

Europäische Kommission:
Entscheidung der Kommission zu "LL Reis 601" vom 26. Februar 2008 (Nr.2008/162/EG), (pdf, 51kb)

Entscheidung der Kommission zu "Bt63" vom 03. April 2008 (Nr.2008/289/EG), (pdf, 57kb)

EFSA:
EFSA's GMO Panel provides reply to European Commission request on GM rice LLRICE601

Weitere interessante links zum Thema:
Transgen

Genfood.at


III. Untersuchungsergebnisse der Schwerpunktaktionen GVO-Reis in Lebensmittel:


Stand 08.02.2010

 

Zeitraum der Untersuchung

eingelangte Proben

untersuchte Proben

negatives Ergebnis:
kein GVO-Reis

Positives Ergebnis:
LL601

Positives Ergebnis: Bt63

Positives Ergebnis:
LL62

2006

278

278

228

50

1

0

2007

119

117

113

3

0

1

2008

102

101

101

0

0

0

2009

32

31

31

0

0

0

 

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