Tee - ein beliebtes Genussmittel
Tee ist ein beliebtes Genussmittel, "Schwarztee" und "Grüntee" sind gängige Begriffe. Aber wer kann sagen was sich hinter Weißem, Oolong oder Gelbem Tee verbirgt?
Tee ist ein heißes Aufgussgetränk aus Teilen (Blättern, Blattknospen, Blüten, zarten Stielen) des Teestrauchs. Dieser wird in subtropischem Monsunklima angebaut.
Bekannte Anbaugebiete wie Darjeeling und Assam liegen in Indien, das gemeinsam mit China die Rangliste der weltweit größten Produzenten anführt: 51 Prozent der Welternte stammen aus diesen beiden Staaten. Ebenfalls große Produzenten wie Sri Lanka, das ehemalige Ceylon, und Kenia exportieren fast ihre gesamte Ernte.
Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Europa hat Irland, dicht gefolgt von Großbritannien und Russland.
Die Stammpflanze des Tees
wurde vom Schwedischen Naturwissenschafter Carl von Linné 1753 "Thea sinensis" getauft. 1887 gliederte Otto Kuntze die Art in die Gattung Camellia ein. Der gültige botanische Name der Art ist somit Camellia sinensis (L.) Kuntze.
Coffein
Teeblätter enthalten in der Trockenmasse im Schnitt 2,5 bis 5,5 % des Alkaloids Coffein (früher auch Thein genannt). Im Vergleich dazu enthält gerösteter Arabica-Kaffee 0,8 bis 2,5 %, Robusta-Kaffe bis 4 % Coffein. Da aber bei der Herstellung eines Teeaufgusses das Verhältnis von Wasser zu Tee viel größer ist als beim Kaffee, enthält eine Tasse Tee 30-60 mg Coffein, eine Tasse Filterkaffee hingegen 60-100 mg.
Die größte Menge Coffein geht in den ersten Minuten nach dem Aufgießen mit heißem Wasser in den Tee über. Zieht der Tee etwas länger, werden auch größere Mengen an Gerbstoffen extrahiert. Deshalb wird Tee auch zur kurzfristigen Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt. Umgekehrt kann die längerfristige Aufnahme von lange gezogenem Tee zu Obstipation (Verstopfung) führen.
Tee wird wie Kaffee auch entkoffeiniert angeboten. Dabei wird der Coffeingehalt des Tees auf einen Höchstgehalt von 0,4 % reduziert.
Tee enthält neben Coffein eine Reihe weiterer sekundärer Inhaltsstoffe, darunter zahlreiche phenolische Verbindungen (zu denen auch die oben genannten Gerbstoffe zählen), denen aufgrund ihrer antioxidativen Aktivität ein gewisser therapeutischer Wert zugesprochen wird. Phenole binden freie Radikale, sind Hemmstoffe verschiedener karzinogener Enzyme und besitzen somit bei Aufnahme mit der Nahrung eine potenziell chemopräventive (krebsvorbeugende) Wirkung. Der Tee bleibt letztendlich ein Genussmittel, wenn auch eines mit vielen positiven Eigenschaften.
Zur Differenzierung
Schwarzer, Grüner, Weißer, Gelber Tee und Oolong unterscheiden sich durch die Behandlung der Blätter zwischen der Ernte und dem Sortieren:
- Schwarzer Tee: Pflücken – Welken – Rollen – Fermentieren – Trocknen – Sortieren
- Grüner Tee: Pflücken – Welken – Rollen – Dämpfen (Zerstörung der Fermentationsenzyme) – Rollen – Trocknen – Sortieren
- Weißer Tee: Pflücken – Dämpfen (Zerstörung der Fermentationsenzyme) – Rollen – Trocknen – Sortieren
- Gelber Tee: Pflücken – Welken – Trockenerhitzung (Zerstörung der Fermentationsenzyme) – Rollen – Lagern – Erhitze
- Oolong: Pflücken – Welken – Rollen – Schütteln – Halbfermentieren – Dämpfen – Trocknen – Sortieren
Anforderungen an Tee
Die Anforderungen an Tee, der in Österreich in Verkehr gebracht wird, sind im Österreichischen Lebensmittelbuch, Codexkapitel B 31, festgelegt.
Das AGES-Institut für Lebensmitteluntersuchung in Innsbruck führt folgende Untersuchungen an Tee durch:
- Sensorik
- Coffeingehalt
- Wassergehalt
- Gehalt an säureunlöslicher Asche (Hinweis auf mineralische Verunreinigungen)
- Kontamination mit Ochratoxin A
- Hygienestatus
- Kennzeichnung
Renate Spitaler
Institut: LMS Pflanzliche LM
Ort: 6020, Technikerstrasse 70
Dienstort: Innsbruck
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit