EFSA-Eurobarometer Studie 2010
Am 17. November wurde die im Auftrag der EFSA durchgeführte Eurobarometer Studie zur Wahrnehmung lebensmittelbezogener Risiken durch die europäische Bevölkerung veröffentlicht. Insgesamt wurden ca. 27.000 EU-Bürgerinnen und Bürger aus den 27 Mitgliedstaaten ab einem Alter von 15 Jahren zu ihrer Meinung befragt.
Wahrnehmung und Bedenken der europäischen Bevölkerung bezüglich lebensmittelbezogener Risiken
Die europäische Bevölkerung verbindet die Themen Lebensmittel und Essen zu einem Großteil mit Genuss und Freude am gemeinsamen Essen im Kreis von Familie und Freunden. Der Begriff Lebensmittelsicherheit wird nur von etwa 37 % mit Essen und Lebensmitteln in Verbindung gebracht.
Im Vergleich zu anderen möglichen Risiken wird die Wahrscheinlichkeit, dass Lebensmittel einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben, mit 11 % als eher gering eingestuft. Wirtschaftskrise, Umweltverschmutzung und schwere Erkrankungen werden als größere mögliche Risiken wahrgenommen.
Gefragt nach Problemen oder Risiken, die spontan mit Essen und Lebensmitteln in Zusammenhang gebracht werden, wurden an erster Stelle Chemikalien, Pestizide und toxische Substanzen genannt, gefolgt von Lebensmittelvergiftungen und Bakterien und an dritter Stelle ernährungsbedingte Erkrankungen wie Diabetes, erhöhtes Cholesterin oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.
Konfrontiert mit einer Liste möglicher Gefahren, die im Zusammenhang mit Lebensmitteln stehen, zeigt sich, dass etwa 80 % der Befragten sehr bzw. ziemlich besorgt über Pestizid- und Antibiotika-Rückstände sowie Hormone im Fleisch, Quecksilberbelastung von Fisch und die Belastung von Schweinefleisch mit Dioxinen sind.
Eine im heurigen Frühjahr von AGES und Allianz durchgeführte Befragung in Österreich, kam was die lebensmittelbezogene Risikowahrnehmung betrifft, zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch die Österreicherinnen und Österreicher sind aufgrund von Pestizidrückständen (80 % der Befragten), Verunreinigungen wie Dioxin (78 % der Befragten) und Antibiotika- und Hormonrückständen im Fleisch beunruhigt und sehen darin die größten Risiken für ihre Gesundheit. Faktoren wie Übergewicht oder mangelnde Hygiene im Haushalt, die hauptsächlich durch das eigene Verhalten beeinflussbar sind, werden als weniger große Risiken betrachtet.
Auch laut Eurobarometer Studie sind die Verbraucher weniger über Risiken beunruhigt, die im Zusammenhang mit dem eigenen Verhalten stehen – Gewichtszunahme und eine ungesunde Ernährungsweise stellen kaum Grund zur Beunruhigung dar.
Gefragt nach jenen Risiken, die aus der Sicht der Verbraucher am leichtesten durch das eigene Verhalten vermeidbar bzw. beeinflussbar sind, steht die Ernährungsweise (z. B. Vermeiden einer hohen Fettaufnahme) mit 73 % hingegen an der Spitze der Liste.
Vertrauen der Öffentlichkeit in ihre Informationsquellen
Was Informationen über die Sicherheit von Lebensmitteln bzw. mögliche Risiken betrifft, vertrauen die EU-BürgerInnen am meisten der Meinung ihres Arztes bzw. ihrer Ärztin oder anderer Fachleute im Gesundheitswesen (84 %) sowie Familie und Freunden (82 %). Auch die nationalen und die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden von 64 % der Befragten als Quelle für verlässliche Informationen im Bereich Lebensmittelsicherheit angesehen. Medien und Internet werden nur von weniger als einem von zwei Befragten als vertrauenswürdige Informationsquelle angesehen.
Wahrnehmung und Reaktion auf Informationen über ungesunde und unsichere Lebensmittel
Ein Großteil der Befragten (79 %) gibt an, schon Berichte über unsichere oder ungesunde Lebensmittel in den Medien oder im Internet verfolgt zu haben. Einer von zwei Befragten ignoriert diese Nachrichten aber bzw. macht sich zwar Sorgen, aber ändert letztendlich nichts an seinem Verhalten. Einer von drei gibt an, aufgrund von Berichten über unsichere oder ungesunde Lebensmittel, diese zumindest für eine Weile zu vermeiden.
Rolle und Effektivität öffentlicher Behörden
Bezüglich der Rolle öffentlicher Behörden herrscht eine zunehmend breite Zustimmung über ihre Bemühungen zur Sicherstellung sicherer Lebensmittel in Europa. Geschätzt wird außerdem ihr schnelles Handeln bei Gesundheitsrisiken für den Menschen.
Die Meinung darüber, ob öffentliche Behörden in ihrer Arbeit unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Interessen sind, ist geteilt – während 47 % die Unabhängigkeit gewahrt sehen, sind 41 % gegenteiliger Meinung.
Die Effektivität öffentlicher Behörden in Bezug auf den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor unsicheren Lebensmitteln wird als gut eingestuft, Verbesserungsbedarf wird hingegen bei Informationen über gesunde Ernährung gesehen.
Den kompletten Eurobarometer Bericht finden Sie auf der EFSA Website:
http://www.efsa.europa.eu/en/riskcommunication/riskperception.htm
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